Pain 6 Cereales (tranché)

konservieren auch sie ihre scheiben ?

konservieren auch sie ihre scheiben ?

Mademoiselle, was möchten Sie? Hatschi. Entschuldigung. Die Dame nahm ihre Hände wieder aus dem Gesicht und lächelte mich nun erwartungsvoll an. Ich hatte schon gesehen, was ich wollte. Dieses  extraordinär anmutige Brot im Regal rechts von ihr. Wie wunderschön es war. Die kunstvoll mit Sesam umsäumten Rundungen wussten zu überzeugen. Le Six Cereales, s’il vous plait. Sie fragte: Brioche? Ich sagte etwas verwirrt (und zusätzlich auch weinbenebelt an diesem Vormittag) einfach mal Oui. Daraufhin verschwand sie hinter einem Vorhang, den ich  erst zu diesem Zeitpunkt wahrnahm. Wie das nun mal so ist, wenn einen ein Brot in dessen Bann gezogen hat und alles Drumherum nicht mehr zu existieren scheint. Als ich aber brummende, maschinelle Geräusche vernahm, wunderte mich schon ein wenig, und das obwohl der Restwein vom Vortag in mir eigentlich jedwede kritische Reflexion der sich ereignenden Geschehnisse zutiefst missbilligte. Zuvor noch fälschlicherweise der Ansicht gewesen, ich hätte in Zusammenhang mit Brot schon SO EINIGES gesehen, händigte mir nun die rückgekehrte, werte Boulangeriefachkraft das begehrte, mir liebste Grundnahrungsmittel aus. In Scheiben geschnitten und in Plastikkonservierungsfolie mit blauer Schleife verpackt. Da wurde mir klar, dass ich erstens keine Ahnung von all den Möglichkeiten der Brot-Händelung dieser Welt habe und zweitens die Dame nicht Brioche sagte (was ja auch beim besten Willen keinen Sinn ergab in dem Zusammenhang), sondern wissen wollte, ob ich meinen Sechs-Zerealienlaib geschnitten, also tranché, haben möchte.

Da hatte ich einmal Brot im Glück! Weil der Anblick von so stilvoll in Plastique gehülltem und in Tranches geteiltes Brot, mir (vor allem auch Ihnen!) ansonsten verwehrt geblieben wäre!

Wie demzufolge, auch dieser  Schnappschuss:

DSCN2744

Die Drapierung des Pain 6 Cereales hier, erinnert mich an eine Ausstellung, auf der ich leider nie war, die ich wahrscheinlich monatelang rausgeschoben habe, um dann mit Entsetzten festzustellen, dass sie „schon“ ausgelaufen ist.  Der Titel dieser Exposition ist mir entfallen. Vielleicht hat es sie aber auch gar nie gegeben.

Nichtsdestotrotz: Vivez, des Pains, Vivez!

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