Leider, beinahe gänzlich unfiktive Kommentare zu einem französichen Film.

Paris. Erste Szene. Sophie Marceau steht halbnackt vor dem Spiegel. Die erste Titte nach nur einer Minute, zischt es von rechts. Die schnell als lahm entlarvte Story geht lahm weiter. Pyjamaszenen galore. Wir beide denken: Nippel, die allgegenwärtigen. Sophie Marceau dreht ein bisschen ab. Sieht anderes, fremdes Mobiliar und findet ihre Wohnung nicht mehr, bis schlussendlich sich eine Hälfte ihres Gesichtes in das von Monica Belluci verwandelt. Die andere Moitié ihrer Visage bleibt einstweilen die Ihrige. Sie spricht aufgelöst mit ihrem Mann, der auf einmal ein blaues und ein braunes Auge hat, statt einem Paar zweier Braunen. Er bemerkt natürlich, dass seine Frau nicht mehr ganz knusper ist. Die Gesprächssituation ist zu bizarr. Er, mit diesem schlecht Pc-deformierten, blauen Auge und sie, das weibliche Two-Face. Wir müssen lachen und können dem Dialog, vor allem der dabei anvisierten Ernsthaftigkeit, kurz nicht folgen.  Was aber egal ist, man schläft sowieso erstmal miteinander.

Dramatischerweise  unterbricht man den Akt wieder nach wenigen Minuten. Sophie Marceau ist derweilen bald schon ganz Monica Belluci geworden, was übrigens wieder schöner anzusehen ist. Überhaupt die ganze Marceau Familie (Mann und 2 Kinder) ist jetzt weg und wird von derjenigen der Italienerin ersetzt.  Bei allem Wahnsinn  muss dennoch erwähnt werden, dass nun gleichtberechtigungshalber, endlich auch die Nippel von Monica Belluci durch ein Tshirt durchscheinen dürfen. Nippel, spricht mir meine Begleitung rechts laut aus dem Herzen, überall Nippel. Ich kann sie nur bestätigen. Im Film wechselt das Land und somit die Szenerie. Lecce.  Monica Belluci, also eigentlich: Sophie Marceau?, will  dort einer möglicherweise Erklärungen bringenden Spur in dem italienischen Ort nachgehen.  Mehr Details werden hier nun großzügig ausgelassen.  Es gibt dann noch ein bisschen Petting mit Monica Belucci  und dem dort ansäßigen, italienischen Pendant ihres französischen Mannes, also dem von Sophie Marceau eigentlich. Jetzt wird’s komplex. Unnötigerweise. Pardon! Ich raune jedenfalls kurz und sage dann  nach rechts: Wenigstens kein Mutantensex mehr. Auch dieser Akt wird abgebrochen. Monica Belucci folgt lieber einer alten Frau auf eine stereotype, italienische Fete. Schau, Basilikum und Pasta, höre ich von rechts, die haben an alles gedacht. Monica Belucci, also eigentlich Sophie Marceau -die aussieht wie Monica Belluci- hat bei allen Identitätskrisen und Ängsten dem Wahnsinn verfallen zu sein, dennoch (verständlicherweise) den Drang sich am Tanzpaket mit den anderen Anwesenden zu drehen.  Ich zische nach rechts: Egal, welche Krise du durchlebst, zwischendurch muss! Zeit für Sex und Tanzen sein. Und dann versucht Monica Belucci in den ersten Stock führende Stiegen raufzugehen, wo sie ihre vermeintliche Mutter vermutet. Was ihr die Sache dabei gehörig erschwert, ist ein ihr just erwachsenes, riesiges Klotzbein. Ja, ihr Fuss hat sich transformiert. Ich sage nach rechts: Hmm. Kafka. Die Verwandlung. Die Begleitung nach Filmende nur wenig später: Bäh. Wie schlecht. Und abgekupfert bei Sixth Sense. – Ja genau, die Frauenversion davon, die niemand wollte, möchte ich heute ergänzen. Und: Welch Verschwendung von 1:51 Minuten Lebenszeit! Man hätte uns mindestens einen Coupon für ein entschädigendes Gratisgetränk  und/oder 20% Rabattmarken aushändigen müssen.

Fazit:

Was meinen Sie, Mademoiselle de Versailles, haben wir diesen surrealistischen Psychothriller schlichtweg einfach nicht verstanden ODER hätte Sophie Marceau lieber nach La Boum und La Boum 2 aufhören sollen? Vielleicht trifft beides zu. Auf jeden Fall irrten wir  zutiefst, als wir Tage davor in wochenendlicher Sektlaune  über Sophie Marceau redeten und schlussendlich begeistert einstimmten:  On y va! Dieser Film wird so schlecht sein, dass er bestimmt schon wieder gut ist.

Schön wär’s gewesen!

( Ne te retourne pas. Der Trailer. Auch französisch verstehen können, hilft – so bitte glauben Sie mir- rein gar nichts. )

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One Comment - “Leider, beinahe gänzlich unfiktive Kommentare zu einem französichen Film.”


  1. I am never sure what to write in these comments. I do really like your article and I agree for the most part. Great job.


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